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Aus dem Alltag des Regalauffüllers

Seit 14 Tagen habe ich den unglaublich befriedigenden und toll bezahlten Job eines Regalauffüllers. Ich hoffe man merkt die Ironie, denn sicher kann jeder nachvollziehen, wie sehre es einen ausfüllt, abgelaufene Joghurts aus einem Regal zu räumen und Neuware einzuräumen. Damit auch der Intellekt gefördert wird, gibt es eine klare Regel. Die neuste Ware kommt nach hinten, die älteste nach vorne. Auf jede Packung wird genau ein Preisschild aufgeklebt. Dieses ist so zu platzieren, dass es die Inhaltsstoffe verdeckt. Der Kund soll nicht so leicht nachprüfen können, was genau im Naturjoghurt mit Erdbeergeschmack ist. Wenn ich manchmal einen flüchtigen Blick auf die Fläche werfe, die ich regelmäßig überklebe, weiß ich, wieso das so ist. Das Zeug würde kaum jemand kaufen, wenn er wüsste, dass mehr Zucker als Eiweiß enthalten ist. Auch könnte sich ein kritischer Verbraucher fragen, wieso ein Joghurt die doppelte Menge des Tagesbedarfs an Vitamin C enthält. Dank meiner wichtigen Tätigkeit wird er sich diese Frage erst stellen, wenn das Produkt bei ihm zu Hause ist. Zum Glück hat er bis zum nächsten Einkauf vergessen, was ihn irritiert hat. Also verbringe ich meine Tage damit Joghurt aus diesen kleinen Pappsteigen herauszunehmen, ein Etikett aufzukleben und ihn schon mit dem Etikett nach vorne ausgerichtet in das Regal zu stellen. Anschließend drück die Steigen diese platt. Mein einziger Trost ist, dass der Job des Menschen, der die Dinger baut, noch eintöniger ist. Mein Chef lacht und verweist Maschinen http://www.somic.de/maschinenprogramm/weiteres-somic-portfolio/steigenaufrichter.html welche diese Arbeit erledigen. Der kann mir viel erzählen, denk ich mir.

29.12.13 17:45, kommentieren

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